Körpertherapie

 

Das Konzept "Embodiment":

 

Embodiment heißt wörtlich übersetzt „Verkörperung“. Gemeint ist damit die unmittelbare Verknüpfung zwischen körperlichen und mentalen Vorgängen – im alltäglichen Sprachgebrauch schon lange als „Körper-Geist-Seele-Einheit“ bekannt und seit ein paar Jahren nun „neu“ im Fokus der Wissenschaften.


Neu ist der interdisziplinäre Blick auf das systemische Regulationswerk zwischen Mensch und Umwelt, das sich in der dynamischen Wechselbeziehung zwischen biologischen, psychischen und sozialen Prozessen ständig verändert.


Der entsprechende Forschungsansatz heißt Embodiment. Körpersignale und intuitives Körperwissen einerseits, Einfluss und Steuerung mentaler Prozesse durch körperliche Bewegung anderseits, können sich vielseitig positiv auf Stimmung und Lebenshaltungen auswirken.


„Lache ich, weil es mir gut geht oder geht es mir gut, weil ich lache?“ (vgl. Studie Strack, Martin & Stepper, 1988)

 

Techniken, die den körperlichen Aspekt in die Entwicklungsarbeit miteinbeziehen, bahnen Selbstzugang (Storch & Kuhl, 2012).

 

Körpertherapie / Focusing

Focusing ist eine psychologische Methode, die philosophisch begründet, empirisch überprüft und klinisch erprobt ist.


In ihrem Zentrum steht das achtsame Wahrnehmen des körperlichen Erlebens.

Aus diesem entfalten sich unter bestimmten Bedingungen lösungsorientierte Schritte – Denkschritte und Heilungsschritte zugleich.
Focusing bedeutet, der Stimme des Körpers zu folgen. Es beschreibt den Kernprozess persönlicher Veränderung.

 

Focusing wurde von Prof. Dr. Eugene Gendlin an der Universität von Chicago begründet und wird im DAF weiterentwickelt.

Progressive Muskelentspannung

nach Jakobsen

Entspannen durch Anspannen:

Mit der Progressiven Muskelentspannung nach Jacobsen kann es gelingen, auf körperlicher und seelischer Ebene wieder locker zu lassen.

 

Wahrscheinlich kennen wir alle das Phänomen: Wenn wir in Job oder Privatleben unter Strom stehen, neigen wir dazu, unsere Muskeln unwillkürlich stärker anzuspannen. Ziehen den Kopf ein, beißen die Zähne zusammen, ballen die Hände zu Fäusten. Eine typische Stressreaktion, die ähnlich wohl auch schon bei unseren Vorfahren ablief: Der Muskeltonus steigt, man bereitet sich darauf vor, vor einer Bedrohung zu fliehen oder einen Angreifer abzuwehren.

 

Wenn Stress zum Dauerzustand wird, kann das jedoch zum Problem werden. „Viele Menschen haben verlernt, erhöhte Anspannung im Alltag wahrzunehmen, sind wie taub dafür“, sagt Professor Hartmut Göbel, Neurologe und Direktor der Schmerzklinik Kiel. „Durch das Erlernen der Progressiven Muskelrelaxation entsteht eine Sensibilität für den momentanen Spannungszustand, die Differenz zwischen An- und Entspannung wird wieder spürbar.“

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Psychologie im Dialog, 2017